Ein Kätzchen zieht ein


Ein Kitten kommt ins Haus und damit nicht nur jede Menge Freude, sondern auch jede Menge Verantwortung. Wir haben es bei jedem Neuzugang immer so gehandhabt, dass wir einige Tage Urlaub nahmen. So konnten wird uns genauer mit den Eigenheiten des neuen Familienmitglieds vertraut machen und im Ernstfall rechtzeitig einschreiten.


Gefährlich, gefährlich!

Kabel sind oft heißbegehrte Spielobjekte kleiner Katzen. Das Beknabbern von Stromkabeln ist ärgerlich für den Menschen und lebensbedrohlich für das Tier. Bei uns war es immer so, dass ich nie bügeln konnte, sobald ein kleines Fellbündel wach war, weil es ständig in die Bügeleisenschnur biss. Oftmals sind auch die Kabel von PC, TV oder Stereoanlage sehr beliebt, um die Zähnchen daran zu erproben.

Stricken oder häkeln Sie gerne? Dann ist Vorsicht geboten! Kätzchen sind fasziniert von Wollknäueln. Es sieht allerliebst aus, wenn ein Kitten die Wolle erbeutet und sich damit über den Boden kugelt. Aber der Minitiger kann sich in der Wolle rettungslos verheddern und strangulieren. Woll- und Garnknäuel sind kein Spielzeug für kleine Katzen! Besser, Sie bieten dem Kätzchen einen schönen Karton zum Spielen an. Alle Katzen lieben Schachteln und Kartons.

Textiltapeten und kleine Katzen – die Erfahrung lehrte mich: Eine ganz schlechte Idee! Die Textiltapete wird ratz-fatz zum Ersatzkratzbaum. Ähnliches gilt für Gardinen. Die üben auf manch kleines Kätzchen eine große Anziehungskraft aus: Man kann so schön daran hochklettern und darin schaukeln. Klasse!

Gekippte Fenster sind sowohl für Kitten als auch für erwachsene Katzen eine große Gefahr! Die frische Luft verlockt das Tier, sich durch den Spalt zu zwängen. Dort kann es stecken bleiben und sich im schlimmsten Fall den Rücken brechen. Deshalb sollten Sie bei gekippten Fenstern entweder spezielle Gitter anbringen, die im Fachhandel erhältlich sind oder vor Verlassen des Raumes das Fenster schließen.

Viele netzen ihren Balkon zur Sicherheit ein. Unser Balkon war nie eingenetzt. Als ich es dann doch tat, waren meine Jungs so empört über mein Misstrauen, dass sie riesige, kreisrunde Löcher ins Netz bissen: „So, das haste jetzt davon!“. Beschämt habe ich die traurigen Überreste entfernt. Trotzdem sollten Sie kein Risiko eingehen und einen Balkon mit einem guten Katzenschutznetz sichern. Nicht alle Katzen sind wie meine Jungs. Von denen hatte noch nie einer das Bedürfnis, über den Balkon in den Garten zu flüchten.

Eine große und oftmals unterschätzte Gefahr sind offenstehende Toilettendeckel. Kitten sind kackfrech und superneugierig. Sie schauen überall hinein und fallen mitunter auch überall hinein! Deshalb: Immer, wirklich immer nach der Toilettenbenutzung den Deckel runter klappen! Es sind schon kleine Katzen in der offenen Toilette ertrunken, weil sie neugierig hinein schauten, kopfüber in die Toilettenschüssel plumpsten und aus eigener Kraft nicht mehr heraus kamen.

Pflanzen und Katzen. Ein schwieriges Thema, das oft darauf hinausläuft: Entweder das eine oder das andere. Fast alle Zimmerpflanzen sind hochgiftig. Pflanzen, denen Katzen intelligenten Respekt zollen sind Kakteen. Mein „Schwiegermuttersitz“ (Goldkugelkaktus) gedeiht prima – trotz Katzen, und meine Sanseverien auch. Die sind einfach nicht lecker.

Das sind nur einige häusliche Gefahrenquellen. Das Zuhause 100 %ig „kittensicher“ zu gestalten ist letzten Endes unmöglich. Irgendwas passiert garantiert. Und sei es nur, dass der kleine Flauschpelz irgendwo eine kostbare Vase oder wertvolle Gläser runter schubst. Deshalb ist es ratsam, in der ersten Woche nach Ankunft des Kätzchens ganz besonders viel Zeit mit dem Tierchen zu verbringen, damit Sie Schlimmeres verhindern können. Mit einem energischen „PFUI“ oder der altbewährten Blumenspritzen-Dusche lernt das Kätzchen sehr schnell, unerwünschtes Verhalten abzulegen. auch sehr hilfreich ist, dem kleinen Racker stark ins Gesicht zu pusten. Das erinnert an das Fauchen von Mama und wirkt meist sehr beeindruckend. Im Gegensatz zum gängigen Vorurteil sind Katzen durchaus erziehbar.

Während meiner langen Dosi-Karriere habe ich gelernt dass im Haushalt besonders viel zu Bruch geht, wenn das Kätzchen als Einzeltier lebt. Bei 2 oder gar 3 Katzen wird es tatsächlich einfacher. Denn die Flauschpopos langweilen sich nicht, reagieren ihren Spieltrieb unter- und miteinander ab und kommen nicht auf so blödsinnige Ideen wie Bucheinbände beknabbern und Tischdecken vom Tisch zerren und flauschige Frotteehandtücher zerbeißen und Gläser von der Anrichte schubsen und Blumenvasen zerdeppern und herumliegenden Schmuck mopsen und verschleppen und getragene Strümpfe erbeuten und im Geheimversteck sammeln… und… und… und…

„Hilfe, Hilfe! Rettung ist nicht nötig!“


Weblinks

Schutzgitter für gekippte Fenster

Hochwertige Katzenschutznetze in verschiedenen Ausführungen

 

 

 

© Text: Gisela Teubner
© Foto: Bettina Suvi Rode, Cattery Las Perlas-sin