BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter


BARF wurde ursprünglich für Haushunde entwickelt. Beruhend auf der Erkenntnis, dass sich im Laufe der Evolution die Nahrungsgewohnheiten des Hundes nicht wesentlich verändert haben, orientierte sich BARF zunächst am Speisezettel von Wölfen und anderen wildlebenden Caniden (Hundeartigen). Mittlerweile gewinnt diese Art der Fütterung auch für die Feliden (Katzenartigen) immer mehr an Bedeutung. Einige Hersteller haben diesen Trend als Marktlücke erkannt und sich darauf spezialisiert, Barfen für den Tierfreund einfach und sicher zu gestalten.


Was bedeutet BARF?

Der Begriff „BARF“ tauchte zum ersten Mal in den USA auf und bedeutete anfänglich „Born Again Raw Feeders“ (wiedergeborene Rohfütterer). Es folgten die Interpretationen:  „Bones And Raw Foods“  (Knochen und rohes Futter)  und  schließlich „Biologically Appropriate Raw Food“. Barf bedeutet in der englischen Alltagssprache allerdings auch „Erbrechen“ – ein etwas unappetitliches Wortspiel.

Im Deutschen wird der Begriff BARF mit „Biologisch Artgerechtes Rohes Fleisch“ oder „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ beschrieben.

Oskar

„Wo ist die Maus?“


Zielsetzung und Vorteile

Katzen sind Fleischfresser. Die Jagdbeute bietet der Katze alle lebenswichtigen Stoffe in bestmöglicher Zusammensetzung. Eine frei lebende Katze ernährt sich von kleinen Beutetieren. Eine erbeutete Maus besteht jedoch nicht nur aus Fleisch (Proteine) sondern auch aus Blut, Mageninhalt, Innereien (Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und Fett), Knochen (Calcium), Fell und Haut (Ballaststoffe). Pflanzliche Kost ist für die Katze größtenteils ungeeignet, da ihr kurzer Fleisch- fresserdarm darauf nicht ausgerichtet ist.

Das im Handel angebotene Fertigfutter entspricht nur selten dem, was zum Nahrungsspektrum der Katze gehört. Meist ist das Futter von minderer Qualität und stark denaturiert. Ausnahmen hiervon bilden einige hochwertige Premium- und Bio-Futtersorten. Die meisten Fertigfutterprodukte enthalten Zucker und viel zu viele pflanzliche Anteile. Das führt häufig zu Nierenproblemen, felinem Diabetes mellitus (Katzendiabetes) und anderen chronischen Erkrankungen. BARF bietet eine gute Alternative oder auch Ergänzung zum herkömmlichen Füttern.

BARF wird abgestimmt auf den Nährstoffbedarf der Katze. Optimales BARF besteht aus Fleisch, Knochen, Fett, einigen Innereien und Taurin. Da bei Katzen - mit Ausnahme von Eintagsküken - keine Knochen verfüttert werden, sollte man das Futter mit etwas Calciumcitrat angereichern. Calcium ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Es fördert den gesunden Knochenbau und ein kräftiges Gebiss. Um Nierenschäden zu vermeiden ist ein ausgewogenes Calcium/Phosphat-Verhältnis von größter Bedeutung. In freier Wildbahn wird der Calciumbedarf durch den Verzehr von Knochen gedeckt. Weil die Katze ihren Energiebedarf weniger aus pflanzlichen Kohlenhydraten sondern hauptsächlich aus tierischen Proteinen und Fetten bezieht, sollte die Futterportion auch etwas Gänse-, Schweine- oder Butterschmalz enthalten. Pflanzliche Fette und Öle sind untauglich für das Barfen.

Die Futterumstellung vom bisher Gewohnten auf BARF muss schrittweise erfolgen, damit sich der Verdauungsapparat des Tieres darauf einstellen kann. Meist wird BARF sehr gut vertragen, da sich die grundlegende Physiologie der Katze trotz Domestizierung kaum geändert hat.

Die Philosophie des Barfens wird mittlerweile in vielen Tierparks umgesetzt und von Zoologen und Wissenschaftlern begrüßt. Die kommen durch ihre Aufgabe, der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Tierarten, bei der Forschung nach der bestmöglichen, biologisch artgerechten Ernährung, immer wieder auf das Barfen zurück.


Risiken und Nachteile

Die biologisch artgerechte Rohfütterung ist nicht unumstritten. Viele Ernährungswissenschaftler und Tierärzte sehen in dieser Fütterungsmethode auch erhebliche Risiken: Mangelerscheinungen aufgrund ungünstiger Mischung der einzelnen Futterbestandteile, Magen- und Darmprobleme verbunden mit Verstopfungen oder Durchfällen, abgesplitterte oder abgebrochene Zähne (Zahnfrakturen) durch das Zerbeißen von Knochen, Fremdkörpererkrankungen durch Verschlucken spitzer Knochensplitter sowie die Möglichkeit einer Übertragung verschiedener Krankheiten durch belastetes Futterfleisch und Futtertiere.

Auch wird von vielen Fachleuten die Gefahr von Zoonosen angeführt, Krankheiten und Infektionen, die auf natürliche Weise zwischen Mensch und Tier übertragen werden können. Dazu gehören unter anderem auch Salmonellose und Campylobacter-Enteritis. Es handelt sich hierbei um entzündliche, hochinfektiöse und meldepflichtige Durchfallekrankungen.

Viele Kritiker bemängeln außerdem, dass es nicht ganz einfach sei, eine optimale Ration für das Tier zusammenzustellen. Das gelte besonders für den pflanzlichen Anteil der Kost. Im Gegensatz zum Hund ist die Katze ein reiner Fleischfresser. In freier Wildbahn besteht die Pflanzenkost aus dem vorverdauten pflanzlichen Mageninhalt des Beutetieres. Dadurch sind pflanzliche Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe bereits so aufgeschlossen, dass sie vom kurzen Fleischfresserdarm problemlos verwertet werden können. Bei Katzen dient das Grasfressen lediglich der Reinigung von Magen und Darm. Das Gras wird unverdaut mit dem Kot ausgeschieden oder mit Haarballen erbrochen.


Sicheres Barfen

Eine unkomplizierte und sichere BARF-Variante ist die kombinierte Fütterung. Sie besteht aus bereits portioniertem tiefgekühltem Fleisch, gefrosteten Innereien und beim BARF für Hunde auch aus Knochen. Das schnelle Einfrieren des Futters beim Erzeuger verhindert weitgehend eine gesundheitsschädliche Belastung mit Keimen und Krankheitserregern. Wer nicht ausschließlich Barfen will, kann dies auch mit der konventionellen Fütterung kombinieren. Doch sollte das herkömmliche Futter von wirklich guter Qualität sein, mit hohem Fleischanteil und wenig Zusatzstoffen.

Cameo Du Grand Jardin

„Bitte nicht stören, liege im Verdauungskoma…“


Tipps zur Rohfleischfütterung bei Katzen

Ausführliche Informationen zum Thema sind zu finden auf der Züchter-Homepage „Russisch Blau Edelkatzen von der Saaleaue“:

http://blaue-samtpfote.de/barf/barf001/barf001.html

Hier gibt es auch Rezept-Tipps und nützliche Ratschläge zur Futterumstellung. Unter dem Stichwort „Spezialbarf“:

http://blaue-samtpfote.de/barf/barf010/barf010.html

wird zusätzlich die Problematik des Barfens für Katzen, die zu Urinkristall-Bildung neigen und für Katzen mit chronischer Niereninsuffizienz (CNI) behandelt.

Eine weitere gute Informationsquelle ist die Homepage der Kiwanga Savannah Cattery:

www.savannahcats.de/katzenernaehrung.html


Bezugsquellen für Rohfleisch

www.tackenberg.de

www.das-tierhotel.de

www.futterfleisch-sachsen.eu

www.lucky-land.de - BARFer-Shop

Die genannten Weblinks stellen nur eine kleine Auswahl an Bezugsquellen dar, im Internet sind noch mehr Anbieter zu finden. Bei Lucky-Land gibt es zusätzlich zu verschiedenen Rohfleischsorten auch noch Futterergänzungsmittel speziell für die Rohfleischfütterung von Katzen.


Weblink

Schöne, handgefertigte Futternäpfe und Futterringe/Welpenschalen aus Keramik in verschiedenen Farben, Ausführungen und Größen

 

 

 

© Text: Gisela Teubner
© Fotos: Silvia Robl, Oftersheim & Birgit Vorfelder Ludwigshafen