Gefahrstoffe im Haushalt


Wenn Menschen herum torkeln, einen mehr oder weniger desorientierten Eindruck machen und sich sogar übergeben müssen, liegt es oft daran, dass sie einen über den Durst getrunken haben. Zeigen Katzen solche Symptome, ist die Ursache viel schwerwiegender, denn dann liegt meist eine akute Vergiftung vor, mit der nicht zu spaßen ist. In diesem Fall sollte man niemals Selbstbehandlungs- versuche unternehmen, sondern mit dem Tier sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Oft ist es dem Halter nicht bewusst, doch die häusliche Umgebung einer Katze birgt viele Gefahren- quellen. Dazu zählen Haushaltsreiniger aller Art, Kosmetika, Medikamente, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, viele Zierpflanzen, sowie verdorbene Lebensmittel. Einige dieser Dinge führen bei Katzen sehr häufig zu Vergiftungen, andere so gut wie nie. Das Katzen sich mit verdorbenen Lebensmitteln vergiften, kommt äußerst selten vor. Denn sie schlingen ihr Futter nicht einfach herunter, sondern inspizieren es sehr genau und lassen es bei verdächtigem Geruch oder Geschmack einfach stehen. Wie Berliner Not-Tierärzte bestätigen, gilt das auch für im Freien ausgelegte Giftköder. Im Gegensatz zu Hunden werden sie von Katzen fast immer verschmäht. Dagegen sind Frostschutzmittel und im Garten ausgebrachtes Schneckenkorn eine nicht zu unterschätzende Gefahr, weil viele Katzen den süßlichen Geschmack dieser Chemikalien mögen.

Ärzte der Tierärztlichen Hochschule Hannover weisen ebenfalls darauf hin, dass die Gefahr beim Spielen im Haus und beim Herumstromern in der Umgebung keinesfalls unterschätzt werden darf. Es kommt recht häufig vor, dass Katzen mit Medikamenten oder Zigarettenkippen spielen, diese Dinge belecken, beknabbern oder gar verschlucken. Die Tiere streifen vielleicht an Pflanzen entlang, die mit Pflanzenschutzmitteln eingesprüht sind oder an Möbeln, die kurz zuvor mit speziellen Möbelpolituren, Reinigungsmitteln oder Polstersprays behandelt wurden. Auch beim Einsatz von Teppichreinigern ist einiges zu beachten: nach der Verwendung sollte gründlich gesaugt und gelüftet werden. Bei der Anwendung von Möbelpflegemitteln und Teppichreinigern können diverse Giftstoffe inhaliert werden oder im Fell haften bleiben. Bei der kätzischen Körperpflege gelangen die giftigen Substanzen dann in den Organismus. Das kann böse Folgen haben. Besonders Katzen, die grundsätzlich alles ablecken und beknabbern was ihnen vor das Schnäuzchen gerät, sind gefährdet. Nicht alles, was sie in ihrer Umgebung finden, ist unschädlich.

„Ich will Fleisch, kein giftiges Ziergemüse!“


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Pflanzen, die für Katzen giftig sind

 

 

 

© Text: Gisela Teubner
Foto: FIFe-IC. Enzo v. Eksoer im Alter von 16 Monaten, © Gisela Teubner