Feline Akne - Katzenakne


Die feline Akne ist eine, meist harmlose, Hauterkrankung der Katze. Ähnlich wie beim Menschen entstehen Mitesser oder Pickel an Hautregionen, die besonders reich an Talgdrüsen sind. Vorwiegend ist das Kinn der Katze betroffen. Deshalb spricht man auch oft von Kinnakne.


Ursachen

Die Ursachen der Katzenakne sind nicht genau bekannt. Normalerweise fließt das Talgdrüsensekret über feine Ausführungskanäle auf die äußere Hautschicht ab. Bei der felinen Akne verhindert vermutlich eine starke Verhornung des betroffenen Hautareals, dass der Talg ungehindert abfließen kann. Die Talgdrüsen werden verstopft und es bilden sich Mitesser.

Wenn sich im gestauten Talgdrüsensekret zusätzlich Bakterien (z.B. Streptokokken oder Staphylokokken) vermehren, entstehen schließlich Eiterpickel. Warum manche Katzen unter Akne leiden und andere nicht, ist bisher nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich spielen bei den betroffenen Tieren eine verstärkte Talgproduktion oder ein etwas schwaches Immunsystem ebenfalls eine Rolle. Die Kinnakne kann aber auch durch getreidehaltiges Futter oder Plastik-Fressnäpfe ausgelöst werden.


Symptome

Typische Anzeichen der Katzenakne sind kleine, feste Knötchen (Papeln), Mitesser in Form von schwarzen Pünktchen (Komedonen) oder Eiterpickel (Pusteln) an der erkrankten Hautstelle, bevorzugt am Kinn. In den meisten Fällen ist die Hautveränderung für das Tier unproblematisch, weil die Akne nicht juckt oder weh tut. Doch bei einer stark ausgeprägten Form der Katzenakne treten Schmerzen auf. Spätestens dann ist eine Behandlung durch den Tierarzt nötig!

Domenico v. Eksoer
leidet zeitweilig an Kinnakne


Diagnose & Behandlung

Die leichte Form der Katzenakne ist eine harmlose Erkrankung und mit ihren typischen Symptomen oft auf den ersten Blick zweifelsfrei erkennbar. Um andere Ursachen für die Hautveränderung auszuschließen, ist es dennoch ratsam, seine Katze dem Tierarzt vorzustellen. Der kann schnell diagnostizieren ob vielleicht ein Milbenbefall (Demokidose), eine Pilzinfektion (Malassezia pachdermatis) oder andere Erkrankungen für die Hautveränderungen verantwortlich sind. Liegt ein Verdacht auf Milbenbefall vor, wird der Tierarzt von der erkrankten Stelle einige Haare auszupfen und mikroskopisch untersuchen. Zur Diagnose von Pilzbefall schabt der Arzt mit dem Skalpell vorsichtig den oberen Hautbereich ab. Das so gewonnene Hautgeschabsel wird in einer Petrischale auf einen speziellen Nährboden aufgebracht und nach einigen Tagen kann eine gesicherte Diagnose erstellt werden.

Handelt es sich um die milde Form der Akne, ist keine tierärztliche Behandlung erforderlich. Bei den leichten Formen dieser Hauterkrankung genügt eine regelmäßige Reinigung der erkrankten Hautpartie mit geeigneten Desinfektionsmitteln oder speziellen Shampoos, die in der Tierarztpraxis erhältlich sind.

Bei der eher selten auftretenden schweren Formen der Katzenakne, die häufig mit Komplikationen, wie einer zusätzlichen Hautinfektion einhergeht, setzt der Tierarzt Antibiotika (Cephalosporine oder Ampicillin) ein. Liegt ein Pilzbefall vor, helfen Anti-Pilz-Mittel (Antimykotika) wie Ketokonazol, die entweder äußerlich, in besonders schweren Fällen auch innerlich angewendet werden.


Prognose

In vielen Fällen bessert sich die Katzenakne nach der Behandlung vorübergehend. Oft treten die Hautveränderungen nach einiger Zeit jedoch erneut auf. Da die feline Akne bei den häufig milden Verlaufsformen für die Katze keine nennenswerte Einschränkung zur Folge hat, ist die Prognose in der Regel dennoch gut.


Vorbeugen - leider nicht möglich

Leider kann man keine vorbeugenden Maßnahmen ergreifen. Auch eine spezielle Fütterung verhindert die Katzenakne nicht. Um nach einer abgeschlossenen Behandlung ein erneutes Auftreten der Katzenakne zu vermeiden, kann der Katzenbesitzer das Kinn der Katze einmal wöchentlich mit einer Alkohol-Lösung reinigen. Auch kolloidales Silber kann helfen. Aber es besteht immer die Möglichkeit, dass die Akne erneut ausbricht.


Quellennachweise

Chiara Noli & Giovanni Ghibaudo
     „Dermatologie in der Kleintierpraxis. Klinischer und histologischer Atlas“
     Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2010

Katrin Hartmann & Jutta Hein
      „Infektionskrankheiten der Katze“
      Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2008

Wilfried R. Kraft & Ulrich Dürr
      „Katzenkrankheiten. Klinik und Therapie“
      Schaper Philatelie, 2003

 

 

 

© Text & Foto: Gisela Teubner