Pflege nach Operationen

 

Auch wenn sich Ihr kleines Pelzgesicht bester Gesundheit erfreut, ist vielleicht irgendwann eine Operation erforderlich. Bei stationärem Aufenthalt in einer Tierklinik erfolgt durch das dortige Fachpersonal die Nachsorge. Doch nicht jeder Eingriff bedarf eines längeren Aufenthaltes in der Tierklinik. Oft werden Operationen ambulant beim Tierarzt durchgeführt und Sie bekommen das frisch operierte Tier wieder mit nach Hause.


Operationsnachsorge

Das frisch operierte Tier sollte in einer nicht zu kleinen Transportbox gelagert werden. Die Box sollte mit einer saugfähigen Unterlage ausgelegt sein. Hierfür sind Auflagen für Baby-Wickeltische aus dem Drogeriefachmarkt oder Einweg-Inkontinenzunterlagen aus dem Sanitätshaus zweckdienlich. Im postoperativen Narkoseschlaf nässen sich viele Katzen stark ein und die Unterlage muss eventuell gewechselt werden. Heben Sie zum Wechseln der Unterlage die betäubte Katze in Seitenlage aus der Box. Nehmen Sie die Katze nicht in Rückenlage auf den Arm, denn dabei kann die Zunge nach hinten rutschen, Rachenraum und Luftröhre versperren. Die Katze kann unbemerkt ersticken.

Der pelzige Patient braucht jetzt Ruhe. Ein idealer Aufenthaltsort ist das abgedunkelte, vorgewärmte Badezimmer. Wärme ist sehr wichtig, denn in Narkose kann der Körper seine Temperatur nicht mehr eigenständig regulieren und unterkühlt schnell. Sie können auch ein kleines Heizkissen oder eine kleine Wärmflasche in den Transportkennel legen. Achten Sie auf die Temperatur der Wärmequelle, schließlich wollen sie Ihre Katze nur wärmen und nicht langsam gar schmoren…

Sehen Sie in den folgenden 6 – 8 Stunden (es kann auch bis zu 10 Stunden dauern) in regelmäßigen Abständen nach dem kleinen Patienten und lassen sie ihn erst aus der Transportbox, wenn er vollständig aus seinem Narkoserausch erwacht ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Katze im Halbschlaf durch die Wohnung taumelt und sich dabei schwer verletzt.

In einem Haushalt mit mehreren Katzen sollte den anderen der Zutritt zum Krankenlager so lange verwehrt werden, bis der Patient wieder vollständig erwacht ist, weil eine Katze unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln mitunter zu eigentümlichen Reaktionen neigt. Desorientierung und postoperative Schmerzen könnten mit dem gerade ansichtig gewordenen Artgenossen in Verbindung gebracht werden. Schnell werden dann falsche Schlüsse gezogen im Sinne von „Du bist dran schuld, dass ich mich so mies fühle“ und der sonst so geliebte Spielkamerad wird angefaucht und angeknurrt. Schlimmstenfalls kommt es zu dauerhaft aggressivem Gebaren gegenüber der anderen Katze.

Ist das Tier vollständig aus der Narkose erwacht, bieten Sie ihm etwas frisches Wasser und leicht verdauliche Kost an. Bestens geeignet sind gekochte Hühnerbrust oder in der Mikrowelle zubereiteter Seefisch, die mit etwas gekochtem Reis gemischt werden können. Ebenfalls gut bekömmlich sind Hüttenkäse und Sahnequark.

Kontrollieren Sie die Operationswunde regelmäßig. Sollte es zu starken Nachblutungen kommen, vermehrt Wundsekrete oder gar Eiter aus der Wunde sickern, konsultieren Sie den Tierarzt. Achten Sie darauf, dass die Katze während der Genesung nicht an den Fäden einer vernähten Wunde herum knibbelt.

Lotte & Schmusemaus
geteiltes Leid ist halbes Leid

 

 

 

© Text: Gisela Teubner
© Foto: Undine Barckhausen