Picador v.d. Saalburg


Mein geliebtes Superschnuckel, Picador v.d. Saalburg, tapste am 22. August .2010 auf seinen dicken Samtpfötchen über die Regenbogenbrücke.

Es war ein glücklicher Zufall, dass wir Picador bekamen. Eigentlich war er bereits verkauft, doch durch widrige Umstände kam dieser Kauf letzten Endes nicht zustande. Die Züchterin rief daraufhin bei uns an und teilte mir mit, dass sie einen kleinen blue tabby Kater anzubieten habe. Ohne das Kerlchen jemals zuvor gesehen zu haben, sagte ich spontan am Telefon: „Nehm‘ ich!“. Die Züchterin war über diese Reaktion verblüfft und leicht erschüttert, doch ich hielt unverrückbar an meinem „Nehm‘ ich!“ fest.

Den 12 Wochen alten Picador brachten wir dann in sein neues Zuhause. Die Heimfahrt war spannend. Im Katzenkörbchen bleiben? Die ganze, lange Fahrt? Auf keinen Fall! Der kleine Irrwisch machte so lange Randale im Transportkennel, bis ich ihn raus ließ und auf den Arm nahm. Entspannt in meine Arme gekuschelt, bestaunte er durchs Autofenster die große, weite Welt. Kaum im neuen Heim angekommen, hatte Picador in Nullkommanix mit allen anderen Katern Freundschaft geschlossen. Sein liebenswertes, sonniges Wesen ließ einfach keine Gelegenheiten für Widerstände und Skepsis.

Picador war das Superschnuckel unserer Katerbande. Immer fröhlich, niemals schlecht gelaunt und stets zu Streichen aufgelegt. Zu seinen vielen Hobbies zählten das Ausräumen des Nähkastens, das Klauen von Werkzeugen, das Verschleppen von Handarbeitsgarnen, das Ausbüxen in den Keller und Versteckspiele im Schrank. Nichts konnte man tun, ohne dass er dabei war und alles sach- und fachgerecht kommentierte. Picador war nun mal von Natur aus sehr kommunikativ und außerordentlich diskussionsfreudig. Er war unser Mister Superkatz'.

Im Jahre 2006 erkrankte Picador schwer. Die Diagnose der Ärzte ließ keinen Raum für ein Quäntchen Hoffnung. Doch entgegen aller Prognosen überstand Picador seine lebensbedrohliche Erkrankung und nach 10-tägigem Aufenthalt in der Kleintierklinik der Universitätskliniken Gießen erhielten wir unser Superschnuckel putzmunter zurück. Wir ahnten damals nicht, dass unser geliebtes Plappermäulchen ab diesem Moment von geborgter Zeit lebte. Und diese Zeit war am 22. August 2010 unwiderruflich abgelaufen. Der letzte Liebesdienst den wir Picador erweisen konnten war, ihn auf seiner allerletzten Reise ein Stück zu begleiten. Unser Schnuckel schlief in meinen Armen ein.

8 Jahre und 6 Monate bereicherte Picador, dieses charmante, drollige Temperamentsbündel mit dem koboldhaften Wesen unser Leben. Dann verließ er uns. Er ist fort und er fehlt mir, doch er ist nicht vergessen. Mein Superschnuckel werde ich immer in liebender Erinnerung behalten.

Picador v.d. Saalburg
(2002 – 2010)


Fotogalerie

Picador, kleiner Kobold mit sonnigem Gemüt

 

 

 

© Text & Foto: Gisela Teubner