Timmy vom Tierschutz

 

Am 25. Januar 2013 ging Rassemix-Knuffel Timmy zum Regenbogen…

Timmy war ein Findelkind. Einsam und verlassen wurde er im Alter v. ca. 4 - 5 Wochen auf einer Wiese in Schlüchtern-Ahlersbach aufgefunden und der Obhut des örtlichen Tierschutzvereins übergeben. Von dort zog er mit ca. 8 Wochen in sein neues Zuhause ein, bei den wilden Kerlen aus dem Bergwinkel. Timmy hatte bei seiner Ankunft mehr Ähnlichkeit mit einer rot-weißen Maus als mit einer kleinen Katze. Er war winzig und schmächtig, hatte ein spitzes Gesichtchen und zu groß geratene Ohren. Damals deutete nichts darauf hin, dass er sich eines Tages zu einem prächtigen, 6 ½ Kilo schweren Kater entwickeln würde.

Die ersten Jahre mit Timmy waren eine große Herausforderung. Als der Winzling bei uns ankam, war er kaum sozialisiert und hatte nicht die geringste Ahnung von kätzischer Etikette. Die Birmabande übernahm seine Erziehung. Das ging nicht ohne Gezeter, Gejaule und pädagogische Pfotenhiebe ab. Eine von Timmys langjährigen Macken bestand in seiner ausgeprägten Berührungsscheu. Mal kurz im Vorbeigehen übers Fell streichen, wurde gerade noch akzeptiert, doch unter keinen Umständen wollte Timmy geknuddelt oder auf den Arm genommen werden. Konnte er sich solchem Ansinnen nicht rechtzeitig entziehen, knurrte, fauchte, jaulte und strampelte er nach Leibeskräften, bis man ihn los ließ. Aber die härteste Belastungsprobe in den ersten Jahren des Zusammenlebens mit Timmy war seine Zerstörungswut. Wenn außer seinen Katzenkumpels niemand zu Hause war, fraß Timmy oft Textilien an. Er nagte kreisrunde Löcher in Frotteehandtücher und in eine meiner handbestickten Weihnachtstischdecken. Timmy murkste selbstgestrickte Pullover ab und kaute auf Geschirrtüchern herum. Doch zum Glück überwand er seine Verhaltensauffälligkeiten und entwickelte sich zu einem liebenswerten Hausgenossen, der mit den anderen Mitgliedern unserer Katerbande eine verschworene Gemeinschaft bildete. Frei nach dem Motto: „Wir hausen zusammen und mausen zusammen!“

Eine Eigenart behielt Timmy zeitlebens. Vielleicht lag es daran, dass er als Kitten halbverhungert aufgegriffen wurde, vielleicht war er auch einfach von Natur aus ein bisschen gefräßig. Jedenfalls ließ unser Pummelchen niemals essbare Reste stehen! Hatte er seine eigene Ration verputzt, wurden sämtliche Futternäpfe nochmal gründlich inspiziert, und die von den anderen Jungs übrig gelassenen Reste vertilgt. Das hinderte unseren verfressenen Mitbewohner jedoch nicht daran, kleine Snacks und Zwischenmahlzeiten zu erbetteln. Beim Frühstück schnorrte er eine Scheibe Schinken, beim Verzehren von Joghurt bot er ebenfalls seine Unterstützung an und beim Abendbrot war er immer gerne bereit, das Brot von der Wurst zu befreien. Irgendwann entwickelte Timmy eine Vorliebe für Geflügelwurst. Beim Frühstück forderte er statt Schinken eine Scheibe Geflügelwurst für sich ein und Geflügelwurst wurde von mir umgetauft in „Timmywurst“.

Im Alter von 11 Jahren bekam Timmy chronische Herzprobleme und musste von da an täglich medikamentös versorgt werden. Nach und nach folgten weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Der einst so robuste und vor Gesundheit strotzende Kater nahm schleichend immer mehr ab. Mit entsprechender Therapie und speziellem Futter konnten wir ihm noch 2 schöne Lebensjahre verschaffen. Bis zum Schluss war unser Tierschutz-Knuffel lebhaft, aufmerksam und neugierig. Er liebte auch weiterhin stundenlange Aufenthalte auf dem Balkon und nahm regen Anteil am Alltagsgeschehen. Am Ende schlief Timmy sanft und schmerzfrei in den Armen meines Mannes ein. Er wird, gemeinsam mit meinem verstorbenen Mann, immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Timmy vom Tierschutz
(2000 – 2013)


Fotogalerie

Den Link zu einer kleinen Pfoddo-Serie von Timmy finden Sie unter der Rubrik „Amüsantes → Aus dem Katzenalltag → Timmy erzählt…“

 

 

 

© Text & Foto: Gisela Teubner